“Reichel Komplex” ist eine Web 2.0 Community Plattform. Von Friedemann Derschmidt als geschlossener Weblog angelegt, soll sie zum Einen dem Sammeln von Erinnerungen und Familien Legenden dienen, zum Anderen soll sie dabei helfen, sich der schmerzhaften Frage nach dem starken Engagement von Teilen der Familie in der NS Zeit zu stellen.
Seit September 2010 gibt es diese Internet Plattform, auf der Nachfahren des Eugenikers Heinrich Reichel und dessen Frau Cäcilie Reichel geb. Rosenauer sowie deren beider Geschwister Erinnerungen sammeln, Geschichten, Bilder und Informationen teilen. Begleitet von einem wissenschaftlichen Beirat soll später ein Weg gefunden werden, historisches Material, sowie Diskussionsergebnisse zu Veröffentlichen, und zwar einerseits ohne die Privatsphäre der Beteiligten zu verletzen, andererseits auch klare Positionen zu markieren im Umgang mit dieser problematischen Vergangenheit.
Es geht hier also um eine partizipative “Bottom up” – Bearbeitung der jüngeren Geschichte innerhalb einer betroffenen Mehrheits Familie. Das Modell ist erweiterbar, so wäre eine Verwendung der Methode durchaus auch für zivilgesellschaftliche Gruppen (wie zB. dem Alpenverein, Jugendbewegungen, kirchliche Organisationen etc.) denkbar.
Unseres Wissens nach ist dieser Ansatz zumindest im deutschsprachigen Europa neu. Wir sind jedenfalls interessiert, von ähnlichen Projekten zu erfahren, falls es sie gibt.
Aktuell: Doing Memory – Erinnerung machen – Kunst, Forschung, Erinnerungs- und Geschichtspolitik
Monument for the “November Pogrom”, Eduard-Wallnöfer-Platz, Innsbruck, Tyrol, 2012 © Tal Adler, from the series “Leveled Landscapes”
Wann: 13/06/2013 – 15/06/2013
Wo: Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien
Aktzeichensaal, Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, 1010 Wien, Aktzeichensaal, Souterrain: S05aDie Kunstforschungskonferenz „Doing Memory“ untersucht künstlerische Praxen im Kontext von Geschichtspolitik und visueller Forschung, vor allem in Österreich und Israel. Künstler_innen und Forscher_innen präsentieren Fallstudien um gemeinsam zu untersuchen, wie lokale Geschichts- und Erinnerungspolitiken repräsentiert, konstruiert, vernachlässigt und auch miteinander verbunden werden.
Die Konferenz bringt Forscher_innen (Historiker_innen, Soziolog_innen, visuelle Anthropolog_innen, Museolog_innen), Theoretiker_innen, Künstler_innen sowie kunstbasierte Forscher_innen und Kurator_innen zusammen. Diese präsentieren ihre jeweilige Arbeit gemeinsam oder kommentieren sie in einem kleinen, intimen jedoch öffentlich zugänglichen Dialogformat um ein Verständnis davon zu generieren, was kunstbasierte Methoden im Kontext der Geschichtsforschung ausmachen, wie Künstler_innen neue Forschungsmethoden verwenden und entwickeln und welches Wissen in diesem Prozess der Verschränkungen produziert wird.
Referent_innen
Tal Adler (Künstler, Österreich / Israel), Yochai Avrahami (Künstler, Israel), Vida Bakondy (Historikerin, Österreich), Haim Ben Shitrit (Künstler, Israel), Friedemann Derschmidt (Künstler, Österreich), Udi Edelman (Kurator, Israel), Tomer Gardi (Schriftsteller und Künstler, Israel), Yifat Gutman (Soziologin, Israel), Marianne Hirsch (Kulturwissenschaftlerin, USA), Andrea Hubin (Kunsthistorikerin und Kunstvermittlerin, Österreich), Cathérine Hug (Kuratorin, Österreich), Alexander Ari Joskowicz (Historiker, USA / Österreich), Laliv Melamed (visuelle Forscherin, Israel / USA), Doron Rabinovici (Schriftsteller und Historiker, Österreich), Stefan Nowotny (Philosoph, Österreich / Großbritannien), Alka Pande (Kuratorin, Indien), Roee Rosen (Künstler, Israel), Elisabeth von Samsonow (Philosophin und Künstlerin, Österreich / Deutschland), Marika Schmiedt (Künstlerin, Österreich), Karin Schneider (Historikerin und Kunstvermittlerin, Österreich), Emma Tarlo (Sozialanthropologin, Großbritannien), Heidemarie Uhl (Historikerin, Österreich), Niko Wahl (Historiker, Österreich), Luisa Ziaja (Kuratorin, Österreich)
Die Konferenz ist Teil des an der Akademie der bildenden Künste Wien angesiedelten Forschungsprojekts “MemScreen” (2010 – 2013) welches vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) im Rahmen des Programmes zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK) gefördert wird.
Programm der Konferenz
Anmeldung per Mail bis 10. Juni bitte an: doingmemory@gmail.com
Download Programmfolder
Unlängst: Ausstellung ”Laboratorium Österreich”
im xhibit der Akademie der bildenden Künste Wien bis 28.04.2013
Im Rahmen der Ausstellung “Laboratorium Österreich” im xhibit der Akademie der bildenden Künste Wien wird erstmals auch ein Einblick in das laufende “Reichel komplex” Projekt gezeigt. Anbei sind neben dem Ausstellungsfolder und der Einladung auch Zeitungsartikel, Fotos der Eröffnung sowie ein Radiobeitrag mit Karin Schneider in Ö1 vom 28.3.13 0:08 im Nachtquartier zu finden:
Einladung und Folder:
Fotos von der Eröffnung am 21.03.2013 von Eckhart Derschmidt
Radiobeitrag mit Karin Schneider in Ö1 vom 28.3.13 0:08 im Nachtquartier
Printbeiträge in Standard, Presse und Profil










